antifeminismus.net

Diese Seite existiert aus einer Kulmination von mehreren Gründen. Der wichtigste ist wohl, dass der Feminismus an seinem Ziel angekommen ist: die Geschlechtergerechtigkeit ist als herrschende Moral zu allen Fragen der Sexualität und romantischer Beziehung in der modernen Gesellschaft etabliert. Vorbei sind die Zeiten, in denen „Männer sind nun mal so“ als Rechtfertigung für sexuelle Übergriffe und emotionale Abgestumpftheit durchging. Etabliert ist das Nachdenken über Sexualität nicht mehr nach Kriterien des Gefallens, sondern der „Problembehaftetheit“, und die Kategorie des Geschlechts und der Übereinstimmung der eigenen Persönlichkeit mit den konstatierten geschlechtlichen Aufgaben als „Erklärung“ für Erfolg oder Misserfolg der eigenen Persönlichkeit. So weit, so schlecht.

Der zweite Grund ist, dass es Kritik am Feminismus praktisch nur aus der reaktionären Ecke gibt. Es gibt praktisch keine mir bekannten Stimmen, die Kritik am Feminismus äußern, außer, sich die alten Geschlechterverhältnisse zurückwünschen. Dass der Feminismus dem Mann die ganze Verkorkstheit der modernen Sexualität in die Schuhe schiebt, und sich so einen Fetisch für ihre Kritik daran schafft, das wird von den Kritikern des Feminismus nicht etwa als falsche Versubjektivierung gesellschaftlicher Verhältnisse zurückgewiesen, sondern in ein Hohelied auf diese Verkorkstheit verwandelt. Die Kritik an den immanenten Fehlern, die sich der Feminismus liefert, kriegt so den Beigeschmack einer Verteidigung des Status Quo Ante – wie sollen Feministen jemals etwas lernen, wenn es bei ihren Kritikern nur so etwas zu lernen gibt? Wo es Ansätze zu einer vernünftigen Kritik des Feminismus gibt, da wird sich um Anbiederung bemüht, da der Feminismus die durchgesetzte Moral der Linken ist, und Kritik daran schnell ein Ausschlusskriterium.

Diese Kombination – dass man um feministische moralische Beschallung nicht herumkommt, und seine Sexualität und das Suchen nach intimen Beziehungen unter den von ihm diktierten moralischen Regeln verfolgen muss, sowie das Fehlen einer vernünftigen Kritik daran, haben mich diese Seite schreiben lassen. Und damit wird sie in Zukunft auch befüllt werden: Mit Gedanken zu Momenten dieser moralischen Beschallung, mit denen ich konfrontiert wurde, und was daran falsch ist – und vielleicht auch so nebenbei ein paar wirklichen Aussagen zum Verhältnis der Geschlechter und seiner Gründe. Nicht, damit die alten Geschlechterverhältnisse zurückkommen. Sondern weil Sexualität und Liebe im Spätkapitalismus auch kein Zuckerschlecken wird, wenn man die Männer weglässt.